Haushaltsnahe Dienstleistungen



In seinem für die Handhabung durch die Finanzbehörden verbindlichen Anwendungsschreiben vom
03.11.2006 ist das Bundesfinanzministerium (BMF) der Auffassung gefolgt, dass auch Eigentümer
einer Wohnung haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend machen können und hat Folgendes
für die Anwendung des § 35a EStG auf den Bereich des Wohnungseigentum bestimmt.

Es besteht für die Wohnungseigentümer die Möglichkeit, ab dem 01.01.2006 für selbst genutzte
Eigentumswohnungen alle handwerklichen Tätigkeiten für Renovierungs-, Erhaltungs- und
Modernisierungsmaßnahmen, die im inländischen Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden,
in dem Anwendungsbereich des § 35a Abs.2 S. 2 EStG geltend zu machen. Dies gilt auch für
Dienstleistungen wie z.B. Hausflurreinigung, Gartenpflege, Winterdienst und Wartungen.
Es ist unabhängig davon, ob es sich um regelmäßig vorzunehmende Renovierungs- und kleinere
Ausbesserungsarbeiten, die gewöhnlich durch Mitglieder des Haushalts erledigt werden, oder um
Erhaltungs– und Modernisierungsmaßnahmen handelt, die in der Regel nur von Fachkräften
durchgeführt werden.

Beispielhaft erwähnt werden u.a. Arbeiten an Innen– und Außenwänden, Dach, Fassade,
Garagen, Fenstern und Türen, Anstricharbeiten sowie Reparatur oder Austausch von Hausinstallation
(Heizungs-, Wasser-, Elektro- und Gasanlagen) und Hausanschlüssen (Strom und Fernsehen).
Inbegriffen sollen auch Reparatur und Austausch von Bodenbelägen, Einbauküchen und
Sanitärinstallation sein. Aufgeführt werden ebenfalls Maßnahmen der Gartengestaltung.
Auch Kontrollaufwendungen wie Schornsteinfegergebühren sind steuerbegünstigt.

Fazit:

Ist die Wohnungseigentümergemeinschaft Auftraggeber der haushaltsnahen Dienstleistung
bzw. haushaltsnahen handwerklichen Leistung, so kommt für den einzelnen Wohnungseigentümer
eine Steuerermäßigung in Betracht. Auch der Mieter kann eine Steuerermäßigung in Anspruch
nehmen, sofern er im Rahmen der von ihm an den Vermieter zu zahlenden Betriebskosten Beträge
für haushaltsnahe Dienstleistungen entrichtet und diese in der Betriebskostenabrechnung
ausgewiesen oder durch gesonderte Bescheinigung des Vermieters oder des Verwalters
nachgewiesen werden.